13. Mai 2000

Heute früh war ich mal wieder beim Container. Konservenbüchsen, Nutella- und Olivengläser, Weinflaschen, Shampooverpackungen und einen riesigen Berg Wurfsendungen. Der schmale Durchgang zwischen den einzelnen Containern war ja noch nie so besonders gepflegt, und in den letzten Monaten ist es graduell immer unangenehmer geworden, aber heute hat mich wirklich der Schlag getroffen. Denn dort lagen:

Vier große Müllsäcke (Industrieformat) voll mit Essensresten, schon leicht angewest
Ein Auspufftopf
Eine Fahrrad-Vorderradgabel
Ein fünf Meter langes Stück Heizungsrohr zusammen mit etwa einem Viertel Kubikmeter dazugehörigem Mauerwerk
Eine nasse Wolldecke

Es ist eigentlich gar nicht der Siff selbst, der mich so ärgert, sondern eher die Blödheit der Leute. Wenn sie schon zu faul sind um ihren Müll sachgemäß zu entsorgen, warum machen sie sich dann die Mühe, ihn gerade ausgerechnet zu den Recycling-Containern zu schleppen. Genausogut könnten sie ihn doch eigentlich aus dem Fenster auf die Straße werfen, oder wenn sie der Müll stört, ihn eine Ecke weiter abstellen. Eine gute Tat

Das Volk sitzt immer in der Scheiße

Georg Kreisler

Es gibt überall Leute, die von ihrer jeweiligen Heimatstadt behaupten, die U-Bahn sei dort dreckig. Das wird wahrscheilich so stimmen. Eine U-Bahn ist eigentlich nie so richtig sauber. Zumindest würde ich da nicht vom Fußboden essen.

Wirklich dreckig sind die U-Bahn und der Pendeltåg in Stockholm. Und zwar seit die Firmen Connex und Citypendeln den Betrieb übernommen haben. Ich bin da keineswegs kleinlich. Aber wenn es mal wo anfängt schmutzig zu sein, dann kümmert sich natürlich auch keiner mehr um irgendwas und mittlerweile kann man manchmal durch Essensreste und alte Zeitungen waten. Es gibt wahrscheinlich keinen Hygieneartikel, den ich noch nicht im Pendeltåg gefunden häte.

Aber deshalb braucht man nicht zu verzagen: Rettung naht und zwar vom Umwelttag der Gemeinde Bagarmossen. Die Schüler des Gymnasiums Bagermossen sind dazu verdonnert worden, am Umwelttag "ihre" U-Bahn zu reinigen. Recht so! Die Kerle haben doch eh zu viel Zeit, und demolieren vor lauter Langweile ständig die Telefonhäuschen. Ich selbst bin leider weder Schüler noch Bagarmossener und kann daher nur meinen moralischen Beistand anbiete, dies tue ich jedoch gerne uneingeschränkt, weil ich ja, wenn auch an einer anderen Haltestelle in dieselbe U-bahn einsteige.

Vor allem aber ist dieses System ja noch ausbaufähig! Welcher Junge möchte nicht gerne später mal Lokomotivführer werden. Warum setzt man nicht fest, dass diejenigen, die am fleissigsten putzen, den Pendeltåg fahren dürfen. So könnte die Firma Citypendeln den Mangel an qualifizierten Lokführern beheben und letzten Endes hätten alle was davon.